Umgestaltung des Raum 4 Obergeschoss

Blick in den Raum aktueller Stand Foto J.Meyer

Durch das Beobachten unserer Besucher in unserem Museum in Hinsicht auf ihre Verweildauer in den einzelnen Räumen bzw. vor den verschiedenen Exponaten ist uns insbesondere unser größter Ausstellungsraum negativ aufgefallen. Obwohl hier mit die schönsten und interessantesten Ausstellungstücke wie die vier Dioramen zur Rheingeschichte oder unsere Sammlung von Frankenthaler Porzellan zu sehen sind, ist die Dauer des Aufenthaltes unsere Besucher in diesem Raum vergleichsweise gering.

 

Wir haben daraufhin uns diesen Raum und seine Aufteilung/Einrichtung näher betrachtet, denn für das oben beschriebene Verhalten muss es eine Ursache geben. Der Raum wirkt durch seine Dimensionen von fast 15 Metern Länge und im Durchschnitt 5 Metern Breite wie ein langer Schlauch. Alle Vitrinen und Ausstellungsstücke sind in Längsrichtung positioniert und bieten dem Betrachter keine Widerstandsfläche. Dies verstärkt nochmals die längliche Optik. Die großen Vitrinen im vorderen Teil verdecken die Schätze in der kleinen Nische, die dadurch meist übersehen wird. Durch diese Anordnungen und die Länge des Raumes ist der Besucher bestrebt die Entfernungen möglichst rasch hinter sich zu bringen und rennt förmlich durch die Ausstellung. Erst im nächsten Raum, unsere gemütliche Bauernküche, findet der gehetzte Besucher wieder Ruhe und verweilt gern zum Durchatmen. Für so manchen Gast ist der Raum so abschreckend bzw. die Küche so anziehend, dass er gleich in diese abbiegt.

 

Text J.Meyer 

Lösungsansatz und Planung der Neugestaltung

Blick in die Nische Foto J.Meyer

Nachdem uns die oben beschriebene Problematik bewusst war, haben wir uns
überlegt, wie man diese beheben und den Wert des Raumes für den Besucher und
damit auch für das Museum steigern kann. Hierfür hat sich ergeben, dass die
Exponate neu geordnet und gruppiert werden müssen sowie die abschreckende Länge
des Raumes gebrochen werden muss.

 

Um den Raum und seine Möglichkeiten optimaler zu nutzen wurde erarbeitet,
dass die drei großen Vitrinen (siehe Bildmitte) um 90° gedreht werden sollen.
Hierdurch versprechen wir uns den Raum optisch kürzer erscheinen zu lassen. Zur
Zeit befinden sich in diesen Vitrinen ein Teil der
Frankenthal-Porzellan-Sammlung und Gebrauchsgegenstände aus Zinn. Zukünftig
soll nur noch die Porzellansammlung in diesen Vitrinen ausgestellt werden. Sie
erhält dadurch den ihr zustehenden zentralen Platz als Höhepunkt des
Ausstellungsraumes.

 

Durch das Drehen der großen Vitrinen wird gleichzeitig die verdeckte Nische
für den Besucher zugänglich. Die Vitrine im Hintergrund, zur Zeit mit
Frankenthaler Porzellan bestückt, wird ebenfalls einen neuen Platz an der
Fensterseite des Raumes erhalten und die Zinngegenstände aufnehmen. Damit wird
endgültig der Weg zur Nische frei werden.

 

Die Nische beinhaltet zur Zeit ein Bett, zwei große Frankfurter Schränke,
eine große Stehuhr sowie diverse andere Wohngegenstände. Wiederum durch eine
90°-Drehung des großen Schrankes in der Mitte wollen wir die Nische in zwei
kleinere Räume aufteilen. Der linke Teil mit den Bett soll so zu einer kleinen
Schlafkammer werden. Der so neuerhaltene Raum im rechten Teil bietet nun Platz
für eine Schreibstube. Das Mobiliar hierfür befindet sich zur Zeit verteilt in
diesem Raum. Im Vordergrund des Bildes sind unter anderem links ein schöner Schreibsekretär und rechts eine wunderbar gearbeitete Truhe zu sehen. Besonders die Truhe soll durch ihren neuen Platz in der "Oppauer Schreibstubb" hervorgehoben
werden.

 

Die kleinen Hochvitrinen an der Fensterseite, besonders die mit den
technischen Geräten, werden einen neuen Platz in der Abteilung 20. Jahrhundert
finden. Diese Exponate passen dort thematisch besser ins Konzept.

 

Die im Eingangsbereich befindliche "Rhein- und Kanalecke" bleibt
weitgehend so erhalten. Nur das metallene Untergestell des "Frankenthaler-Kanal"

Modells soll ggf. mit hellem Tuch umkleidet werden.

 

Für die Umsetzung unserer Pläne haben wir die Sommerpause 2012 vorgesehen.

 

Text J.Meyer

Umsetzung der Planung

Die neue Schreibstube Foto J.Meyer

Im Juli 2012 wurde den Umsetzung der Pläne in Angriff genommen. Hierfür wurde zu erst die Nische freigeräumt, da diese vor der Neugestaltung frisch geweißt werden sollte. Auch die Vitrinen und die beiden Schränke wurden am ersten Arbeitswochenende leergeräumt um sie bewegen zu können und auch einer Grundreinigung zu unterziehen. In den Schränken wurden viele kleine Schätze, darunter einige Bilder, entdeckt, die nun ihren Platz in der Dauerausstellung gefunden haben.

 

Nach dem die Nische im frischen Weiß erstrahlte, konnte Umgestaltung am zweiten Wochenende beginnen. Die Nische wurde durch eine Trennwand in zwei kleine Räume geteilt. Der linke Raum wurde zur Schlafstube und der Rechte zum Schreibzimmer. Alle Holzmöbel wurden mit Pflegemittel und Öl behandelt. Die drei großen Hochvitrinen um 90° gedreht im Raum platziert.

 

Am dritten und vierten Wochenende wurden die Vitrinen wieder mit den Exponaten bestückt. Diese wurden hierbei neu gruppiert. So sind nun die drei Hochvitrinen in der Raummitte dem Frankenthaler Porzellan vorbehalten. Die Sammlung Zinn hat einen neuen Platz in einer Vitrine an der Fensterseite gefunden.

 

Auch im Bereich "20. Jahrhundert" wurden Umstellungen durchgeführt. So sind nun die Modelle der Oppauer und Edigheimer Gebäude sowie das Modell "Einfamilienhäuser der Pfingstweide" unter den Bildwänden "Einst und heute" als Blickfang zu sehen.

 

Des weiteren wurden auch die anderen Räume mit ihren Exponaten gereinigt. Besonders Augenmerk wurde hier der Bauernküche gewidmet. Hier wurden viele Exponate neu sortiert und gruppiert, sodass ein stimmigeres Bild entstand. Die Puppenstube bekam einen neuen Platz in den Kellerräumen.

 

Als Fazit kann man sagen: Es hat sich gelohnt! Mit relativ geringen Aufwand und Mitteln konnten große Effekte erzielt und damit das Museum für den Besucher aufgewertet werden. Der Dank gilt allen beteiligten und fleißigen Helfern. Besonderer Dank für ihren engagieren Einsatz beim Reinigen der Möbel und Vitrinen sowie der Neugestaltung der Küche gilt Pia Schröder und Ute Schöffel.

 

Text J. Meyer

 

Bilder der neugestalteten Bereiche